Nicht Mensch oder KI, sondern Mensch und KI

Digital Marketing: Nicht Mensch oder KI, sondern Mensch und KI

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Nicht Mensch oder KI, sondern Mensch und KI

KI schreibt, gestaltet, analysiert und optimiert in Sekunden. Das Verwenden der Werkzeuge ist zur Selbstverständlichkeit geworden. Erfolgreiche Marketingfachleute müssen künftig einen Schritt weitergehen und KI nicht nur souverän einsetzen, sondern jene menschlichen Fähigkeiten stärken, die keine Maschine ersetzt. Kaum ein Berufsfeld verändert sich aktuell durch künstliche Intelligenz so schnell wie das digitale Marketing. Was gestern Fach- oder Spezialwissen erforderte, erledigt KI heute auf Knopfdruck. So macht sie Arbeitsschritte überflüssig und verschiebt den Wert der menschlichen Leistung. Wenn alle Zugänge zu denselben Werkzeugen haben, entscheidet nicht mehr die Bedienung der KI-Tools über den Erfolg, sondern die Entscheidungsfindung dahinter und die Fähigkeit, mit Menschen zusammenzuarbeiten.

Ein zweigeteilter Arbeitsmarkt

Wie sich der Arbeitsmarkt durch die Technologie verändert, zeigt der aktuelle PwC Global AI Jobs Barometer (2026), der über eine Milliarde Stelleninserate auswertet. Sein Befund: KI spaltet den Markt in zwei Spuren. Rollen, in denen KI die Routine übernimmt und das menschliche Urteil aufwertet, wachsen fast doppelt so schnell wie jene, die KI bloss «demokratisiert». Fähigkeiten wie kritisches Denken, Urteilsvermögen, Kreativität, Empathie und Führung werden dadurch noch wichtiger, und damit besser bezahlt: Der Lohnaufschlag für KI-Kompetenzen liegt inzwischen bei 62 Prozent. Zugleich verändern sich die geforderten Fähigkeiten in stark KI-exponierten Berufen mehr als doppelt so schnell wie anderswo. Gefragt sind also gerade jene Fähigkeiten, die sich nicht automatisieren lassen.

Der blinde KI-Fleck: Viel Bedienung, wenig Strategie

Im neu entwickelten Marketing-Kompetenzmodell der Hochschule für Wirtschaft FHNW ist die KI-Souveränität als Querschnittsthema zentral verankert (vgl. Abbildung 1). Gemeint ist die Fähigkeit, KI nicht nur zu bedienen, sondern ihre Ergebnisse kritisch zu beurteilen, sie strategisch einzusetzen und rechtlich wie ethisch verantwortungsvoll mitzugestalten. Während verbreitete Kompetenzraster KI bislang vor allem als Werkzeugwissen fassen, rückt zunehmend diese strategisch-ethische Dimension in den Vordergrund: Auch die American Marketing Association (AMA) stellt seit 2025 in ihrem Modell Vertrauen und verantwortungsvollen KI-Einsatz ins Zentrum.

«Neben dem souveränen Umgang mit KI sind weiterhin soziale und persönliche Kompetenzen wie ergebnisorientiert zu kommunizieren, kollaborativen Mehrwert einzubringen und eine lösungsorientierte Lernkultur mitzugestalten, wichtiger denn je für den Praxiserfolg.»
Andreas Mollet, Geschäftsführer der Inolution AG und Dozent für Future Skills im MAS Digital Marketing

Marketing-Kompetenzmodell

Nicht nur KI: Die menschlichen Kompetenzen der Zukunft

Im digitalen Marketing und Verkauf sind Fachkompetenzen im Bereich KI und KI-Agenten stark gefragt. Daher brauchen Marketing- und Sales-Manager:innen regelmässig ein Update zu aktuellen Entwicklungen bei Marketingtechnologien, Automationen mit KI-Agenten, Daten und Wirkungsmessung. Das FHNW-Modell macht sichtbar, dass gerade Felder in der Dimension «menschlich» an Bedeutung gewinnen, nämlich Kommunikation und Kollaboration, kritisches Denken und Problemlösung, ethische Haltung und Verantwortung sowie Adaptivität, Lernen und Führung. Es sind die menschlichen und urteilsbezogenen Fähigkeiten, Schnittstellen und Entscheidungen auf strategischer und operativer Ebene, die keine Maschine ersetzt.

Vom Wissen zur Kompetenz

Die Hochschule für Wirtschaft FHNW bietet berufsbegleitende Weiterbildungen zu allen strategischen, fachlichen und menschlichen Kompetenzen an. Die Teilnehmenden wählen aus insgesamt zehn «Certificate of Advanced Studies (CAS)»-Angeboten zwei aus und können so ihre Weiterbildung im Master of Advanced Studies (MAS) Digital Marketing individuell konfigurieren. Der CAS Digital Leadership beispielsweise entwickelt die Führungs-, Sozial- und Persönlichkeitskompetenzen für den digitalen Wandel, der beliebte CAS AI-Powered Digital Marketing stellt den gezielten und verantwortungsvollen Einsatz generativer KI für Inhalte, Daten und Strategie ins Zentrum, und der CAS Agentic Commerce (neu ab Januar 2027) greift den nächsten Technologiesprung auf: KI-Agenten, die Kauf- und Handelsprozesse zunehmend autonom steuern. Den Abschluss des MAS bildet eine praxisorientierte Masterarbeit an einem realen Projekt aus dem eigenen Unternehmen. Eine Studienwoche im Silicon Valley, mit Besuchen an der Stanford University und der San José State University sowie in führenden Tech-Unternehmen, wie z. B. Google, Nvidia und LinkedIn, rundet das Programm ab.

Fazit zu Future Skills

Die KI nimmt dem Marketing die Routineaufgaben und Standardprozesse ab und gibt ihm die anspruchsvollen strategischen, fachlichen, kommunikativen und ethischen Fragen zurück. Wer alle Skills aufbaut, sowohl die Souveränität im Umgang mit KI wie auch die menschlichen Kompetenzen dahinter, bleibt nicht nur relevant, sondern kann Unternehmen durch den rasanten Wandel führen.

MAS Digital Marketing FHNW

  • Berufsbegleitend zum Masterabschluss in nur 1,5 Jahren (100 Prozent Arbeitspensum möglich)
  • Modularer Aufbau: zwei frei wählbare CAS plus Strategie- und MAS-Modul mit Masterarbeit
  • Praxisorientierte Masterarbeit mit direktem Nutzen für das eigene Unternehmen
  • Studienwoche im Silicon Valley mit Besuch führender KI- und Tech-Unternehmen
  • Dozierende hauptsächlich aus der Praxis (u. a. OpenAI, Google und führende Agenturen)
  • Reale Business-Cases und Best Practices (z. B. Galaxus, Brack.Alltron, Jumbo, Coop, QoQa)
  • Anrechenbar an den Swiss-International MBA · 5 Prozent Rabatt für FHNW-Alumni

Weitere Informationen unter: fhnw.ch/mas-digital-marketing


Diesen Artikel kannst Du auch hier als PDF ansehen und downloaden. Der Beitrag ist eine Publikation von Smart Media / FHNW Brandreport und ist zuerst in der Beilage «#focusfutureskills» des Tages Anzeigers erschienen. Andreas Mollet ist Co-Autor. Bildquelle: Image by Alexandra_Koch from Pixabay.

Als Geschäftsleiter der INOLUTION unterstütze ich Unternehmen darin, die zukünftigen tragfähigen Werte und notwendigen Kompetenzen zu erkennen, zu definieren und sie auf den Weg dorthin zu befähigen. Als Brückenbauer zwischen Theorie und Praxis, Wissenschaft und Praktikabilität und mit der Erfahrung aus weit über 100 erfolgreichen Projekten unterstütze ich von ganzheitlichen Konzepten über praxisorientierte Lösungsimplementierung bis zu situativen Sparrings.

Denn ich bin der Überzeugung, dass das Kompetenz-und Performance-Management sowohl im operativen, als auch im strategischen Bereich das Potenzial noch lange nicht ausgeschöpft hat. Ich nenne das Kompetenz-Management 4.0 - kompetente Mitarbeitende heute, morgen und übermorgen.

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